Jörg H. Trauboth | Dezember
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Dezember 2022

Die unendliche Fazination Antoine de Saint – Exupéry

Gerade zum Weihnachtsfest und Jahreswechsel erreicht uns diese Rezension eines Piloten-Kollegen aus dem Fliegermagazin „Pilot und Flugzeug“.

Das ist ein Buch für jung und alt, für Nichtflieger und Flieger; und für alle, die den Vater des „Kleinen Prinzen“ näher kenneherner wollen.

„Es kommt darauf an, dass wir auf etwas zugehen, nicht auf das Ankommen. Das Tätigwerden ist das Entscheidende, nicht das Ergebnis. Wir würden so viel verpassen, wenn wir uns nur mit dem Ankommen beschäftigen. Finden Sie nicht auch, Fabian?“ >>>

Diese Novelle  ist auch als e-Book erhältlich, aber bitte bedenken, die Haptik (s. Film) ist so wunderschön, so dass es nach Meinung vieler in den Bücherschrank gehört.

Der Film zum Buch >>>

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Hermann Hesse und der Krieg in der Ukraine

 

Bildquelle: YouTube – Welt-Nachrichtensender 14.06.2022

Vorgestern wurde Kiew wieder einmal kalt gebombt und seit heute ist es zu 3/4 wieder warm. Charkow befreit und doch wieder unter Beschuss. Den Russen gehen die Soldaten aus – oder etwa doch nicht? Belarus wird nicht mit Putin in den Krieg ziehen – oder vielleicht doch? Es gibt keinen Brutus in Putins engem Zirkel – oder doch? Der Winter ist für die Ukrainer besser als für die Russen – oder doch nicht?

Weil die Lust der Medien auf uns militärische und sonstige Experten plötzlich  so groß ist, analysieren und sezieren wir den Krieg auf der Grundlage der gemeldeten Abschüsse von Drohnen bis hin zu fehlenden Socken. Mangels seriöser Informationen neigen Experten gern dazu, den Krieg aus dem täglichen Geschehen zu beurteilen und stellen daraus Prognosen an.  Doch die sind nichts anderes als nutzlose Spekulationen. Ich habe das persönlich für mein Medienverhalten umgesetzt. Niemand weiß, wie dieser furchtbare  Krieg ausgehen wird, für die Ukraine, für Russland, für die Welt. Wir hoffen viel und wissen NICHTS. Auch nicht der sehr überschaubare kleine Kreis von Experten, die auch ich gerne höre und sehe.

Gewiss ist nur diese Zeitenwende, auf die wir uns gerade intensiv vorbereiten. Es kommen härtere Jahre, schrieb Ingeborg Bachmann (1953). Die auf Widerruf gestundene Zeit wird sichtbar am Horizont.

Die letzten sieben Jahrzehnte waren eine auf Widerruf gestandenen Zeit. Auch Dank des nuklearen Gleichgewichtes. Doch werden nun tatsächlich härtere oder nur andere Jahre  kommen?  Nicht einmal das wissen wir. Deswegen ist es so wichtig, dass wir den Krieg nicht vom Heute, sondern vom Ende her denken, so wie es Hermann Hesse (1914) angesichts des Ersten Weltkrieges gefühlt haben mag:

„Was sollte da nach dem Kriege werden, in jener Zeit, vor der wir alle schon ein wenig bangen, wo Reisen und geistiger Austausch zwischen den Völkern darniederliegen werden? Und wer soll dazu beitragen und daran arbeiten, daß es wieder anders wird, daß man sich wieder versteht, wieder anerkennt, wieder voneinander lernt – wer soll das tun, wenn nicht wir, die wir am Schreibtisch sitzen und unsere Brüder im Felde stehen wissen? Ehre jedem, der mitkämpft, mit Blut und Leben, auf dem Schlachtfeld unter den Granaten! Uns andern, die es mit der Heimat gut meinen und an der Zukunft nicht verzweifeln wollen, uns ist die Aufgabe geworden, ein Stück Frieden zu erhalten, Brücken zu schlagen, Wege zu suchen, aber nicht mit dreinzuhauen (mit der Feder!) und die Fundamente für die Zukunft Europas noch mehr zu erschüttern.“ (Hermann Hesse, „O Freunde, nicht diese Töne!“ (Neue Zürcher Zeitung, 03.11.1914, S. 1-2)

In diesem Krieg müssen wir unterstützende Nationen vor allem behutsam vorgehen. Wir dürfen uns nicht von Selenskyj’s durchaus verständlichen Forderungen, z.B. nach mehr Feuerkraft eines Leopard II, verleiten lassen, sondern müssen bei jedem Schritt den Krieg vom Ende her denken – wie dieser Bundeskanzler Scholz, der vielleicht auch Hermann Hesse gelesen hat.

Jörg H. Trauboth, Oberst a.D. (17.12.2022)

www.trauboth-autor.de

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